Echt

Am Ostermontag, dem letzten Tag des Lehrgangs, habe ich wieder gesehen, weshalb es sich lohnt, über Jahrzehnte dranzubleiben. Silke Makowski machte den vierten Dan, und durfte Gegentechniken, Verkettungstechniken und ein Randori gegen fünf Angreifen zeigen (in jedem Fall: “Angriff frei, Technik frei”). Man muss sich das vorstellen als eine fliessende Abfolge von ineinander übergehenden Bewegungen, die jeweils einzeln einen Namen hätten, aber mit einer solchen Selbstverständlichkeit in die Situation eingepasst werden, dass es schwerfällt, einen Anfang und ein Ende zu benennen.

Budo-Choreographie von diesem Kaliber kenne ich sonst nur aus dem Kino, Aikido von diesem Niveau vielleicht von ein paar Videos mit weit entrückten japanischen Großmeistern. Auf Lehrgängen und im normalen Unterricht werden die Techniken stets fein säuberlich zerlegt, ein quasi gleichberechtigtes Miteinander von hohen Danträgern ist da selten zu sehen.

Das tolle am Osterlehrgang ist, dass alle Dan-Grade zum Anfassen da sind: Mit derselben Silke hatte ich noch am Tag vorher an einer Technik geknobelt (“hat er das jetzt so oder so gezeigt?”). Es sind eben nicht Leinwandhelden, sondern alles ist echt, echte Menschen, die mit Talent und Commitment über lange Jahre dem Weg des Aikido gefolgt wird.

1 thought on “Echt”

  1. Es wird endlich Zeit…hm jahre danach melde ich mich 🙂
    Ich habe diesen Artikel bestimmt schon häufiger angesehen…immer wieder gelesen.Dankbar über dieses Feddback,weil ich ja eher bekannt bin als die Harte ,mit der ist vorsicht geboten..usw…dabei habe ich immer “alles” aus meiner Sicht gegeben.

    Doch die Schönheit des Aikidos möchte ich mehr und mehr üben und mich üben besser zu dosieren…echt ein holpriger Weg…..
    und der andere holprige weg ist das gesehene umzustetzen und die Krönung..das gezeigte des Meisters nachzumachen und zwar sofort…. 1 zu 1..
    und somit habe ich immer einen Fulltimejob auf der Matte.

    Die Kraft dabei zu bleiben, ist einfach die Liebe zu den Bewegungen….immer wieder.
    wenn das aufhört, dann übe ich nicht mehr.

    und ich danke dir liebe bzw lieber, mir bis jetzt immer noch nicht bekannter, Verfasser des Artikels. Dieser Bericht ist für mich Ansporn auf diesem Weg weiter zu machen.
    Win win ist immer gut 🙂

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